Energetische Sanierung des Landesamtes für Finanzen; Dienstgebäude (Hochhaus), Weißenburgstraße 6, Würzburg

Würzburg

Die Baumaßnahme Energetische Sanierung des Dienstgebäudes (Hochhaus), Landesamt für Finanzen, Weißenburgstraße 8 umfasst die Erneuerung der Fassaden mit Wärmedämmung und Vorhangfassade, die Erneuerung der Fenster und des Sonnenschutzes, die Sanierung des Daches mit Wärmedämmung und Abdichtung sowie die Innendämmung der Kellerdecken.
Die Baumaßnahme dient der Energieeinsparung und dem dringenden Handlungsbedarf bezüglich der Einhaltung der Verkehrssicherheit hinsichtlich Standsicherheit der Natursteinfassade.
Die Sanierung erfolgt bei laufendem Dienstbetrieb.

Projektstand: im Bau

Kosten genehmigt: 6,8 Mio. €

Entwurf: Arbeitsgemeinschaft Rathmann/ZumKeller, Würzburg

Hinweistafel LfF
© Staatliches Bauamt Würzburg

Bauzeit 2018 - 2019

Gesamtbaukosten 6.8 Mio. Euro

Finanzierungsanteil 45% - EFRE und  55 % - Freistaat Bayern

 

Projektbeteiligte

Projektleitung: Staatliches Bauamt Würzburg
Gebäudeplanung: Architekten Arge Rathmann/Zumkeller, Würzburg
Tragwerksplanung: Krafft & Franz Ingenieure, Würzburg
Elektroplanung: WSR-Ingenieure, Würzburg
HLS-Planung: Ingenieurbüro Burmester & Partner GmbH, Würzburg
Schadstoffgutachten: B&O Concept, Haßfurt
Brandschutzplanung: Ing. Büro 2-fach, Schweinfurt
SigeKo: Ing. Büro Röschert, Würzburg

 

Historie

Das Dienstgebäude des Landesamtes für Finanzen ist Teil eines Ensembles, das in den Jahren 1971 bis 1974 errichtet wurde.  

…Planungsziel war, der umliegenden, in Formen und Größenverhältnissen unterschiedlichen Wohnbebauung einen ordnenden Mittelpunkt zu geben. Es kam weiter darauf an, der durch beidseitig massive Bebauung optisch eingeengten Weißenburgstraße an einer entscheidenden Stelle Freiräume anzugliedern, um eine wenigstens teilweise Differenzierung des Straßenraumes herbeizuführen.

Die einschließlich geplanter späterer Erweiterungen aus sechs Bautrakten bestehende Gesamtanlage sollte, den Raumforderungen und der städtebaulichen Bedeutung ihrer Teile entsprechend, in sich Höhendifferenzierungen aufweisen. Es bot sich an, das Dienstgebäude der Bezirksfinanzdirektion mit dem umfangreichen Raumprogramm als Dominante im Mittelpunkt der Gesamtanlage zu wählen. Die erwünschte Differenzierung des Straßenraumes verlangte die Einplanung des erdgeschossigen Wirtschaftsgebäudes an der Weissenburgstraße. Das Gebäude des Finanzbauamtes sollte den nördlichen Abschluss der Gruppierung bilden…

LfF Strichzeichnung

…Die drei Bautrakte umschließen einen zentralen Platz, von dem aus sämtliche Haupteingänge der Gebäude erreicht werden können. Durch die Anlage des Platzes, der über Freitreppen erreichbar ist, konnte der Fahr- und Parkverkehr von den Eingangszonen ferngehalten werden. Eine Notzufahrt für den Brandfall über den Platz wurde jedoch eingeplant. Die Parkflächen für Bedienstete und Besucher wurden einer Erschließungsstraße zugeordnet, die die verkehrsreiche Weißenburgstraße mit einer am Nordrand des Grundstücks vorbeiführenden, gering frequentierten Straße verbindet. Die Ableitung des Kraftwagenverkehrs, besonders nach Dienstschluß, in verkehrsarme Nebenstraßen, wird dadurch ermöglicht.

Eine Höhendifferenz von etwa drei Metern zwischen Süd- und Nordgrenze des Geländes erlaubte die Anordnung von Sockelgeschossen im nördlichen Teil der Anlage, die im Bereich der Bezirksfinanzdirektion zur Aufnahme  von Garagen und Pflegeräumen für die Dienstfahrzeuge ermöglichte. Der für spätere Erweiterungen freigehaltene Westteil des Grundstücks sollte vorläufig gärtnerisch gestaltet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden…

…Die Fassadengestaltung beider Dienstgebäude sah die Verwendung hinterlüfteter Natursteinverkleidungen vor. Als Material wurde der in der Nähe von Würzburg gebrochene “Teilheimer Muschelkalk“ gewählt. Die Verkleidung der Außenwände des Wirtschaftsgebäudes wurde in großformatigen, grobkörnigen Waschbetonplatten vorgenommen. Der Wunsch nach möglichst geringen Aufwendungen für den Bauunterhalt riet zur Wahl von Holzleichtmetall-Verbundfenstern bzw. Leichtmetallfenstern mit Isolierverglasung...

 Auszüge aus der Broschüre „Das Finanzbauamt Würzburg stellt sich vor“ vom 26. Juli 1974 von Oberbaudirektor Dotterweich.

Planung

Die Baumaßnahme Energetische Sanierung des Dienstgebäudes (Hochhaus), Landesamt für Finanzen, Weißenburgstraße 8 umfasst die Erneuerung der Fassaden mit Wärmedämmung und Vorhangfassade, die Erneuerung der Fenster und des Sonnenschutzes, die Sanierung des Daches mit Wärmedämmung und Abdichtung sowie die Innendämmung der Kellerdecken.

Die Baumaßnahme dient der Energieeinsparung und dem dringenden Handlungsbedarf bezüglich der Einhaltung der Verkehrssicherheit bei den Natursteinfassaden. 

Die Sanierung erfolgt bei laufendem Dienstbetrieb.

Gesamtansicht Ost (pdf mit ca. 5 MB)

Detailplan Bandfenster / Stütze (pdf mit ca. 2 MB)

Bauwerk - Baukonstruktion

Das Gebäude befindet sich noch im Originalzustand. Größere Sanierungen haben bislang nicht stattgefunden.

BESTAND:

Das Hochhausdach ist teils als Warmdach mit Kiesabdeckung und Gehwegplatten, teils als flachgeneigtes Pult in Aluminiumblech ausgebildet. Die Fassade ist mit vorgehängten Natursteinplatten aus heimischem Muschelkalk verkleidet. Die großformatigen Fenster mit Dreh-/Kippfunktion sind in Holz-Aluminiumkonstruktion ausgeführt. Als Sonnenschutz dienen manuell bedienbare Raffstoreanlagen, deren Behang unsichtbar hinter der Vorhangfassade parkt.

Nach 40 Jahren sind Gebäudehülle und Dach dringend sanierungsbedürftig. Sicherheitsmängel an der Natursteinfassade sind nicht mehr länger hinnehmbar.

Die Abdichtung des Flachdachs weist immer wieder Schäden auf.

Die Temperaturen im Gebäude sind im Winter zu kalt und im Sommer zu heiß. Die Arbeitsbedingungen der Bediensteten – Überhitzung in den Sommermonaten und Zugluft im Winter - entsprechen nicht heutigen Standards.

FASSADE:

Die Fassadendämmung mit einer Stärke von 4 cm hinter der Natursteinfassade entspricht nicht den heutigen Vorschriften. Es ist davon auszugehen, dass die Dämmung altersbedingt, unbrauchbar geworden ist. Einzelne Dämmplatten sind abgesackt, so dass offene bzw. ungedämmte Bereiche entstanden sind.

Die hinterlüftete Vorhangfassade aus Natursteinplatten wurde durch die LGA Würzburg in den Jahren 2004 und 2005 bezüglich Bauzustand und Standsicherheit umfänglich überprüft. Das Gutachten verweist auf großflächige Mängel in Form von Abwitterungen, Risse, Verschüsselungen sowie deutliche Reduzierungen der vorhandenen mechanischen Festigkeit des Gesteins im Wesentlichen bedingt durch Witterungseinflüsse.

Diese Mängel führen dazu, dass für viele Platten keine ausreichende Standsicherheit der Konstruktion mehr vorliegt und unter ungünstigen Bedingungen einzelne Platten abstürzen können. Gefahr gegen Absturz besteht auch wegen defekter Klebeverbindungen an Leibungsplatten. Dringender Handlungsbedarf ist gegeben.

Zur Ausführung kommen eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit Wärmedämmung.  Als Fassadenverkleidung kommt wieder Naturstein aus heimischem Muschelkalk zum Einsatz.

FENSTER UND SONNENSCHUTZ:

Die Fenster befinden sich in ihrem Originalzustand.

Es handelt sich um einflügelige Holz-Aluminiumfenster mit einer Größe von 1,70 m x 2,00 m (B/H). Die Dreh-/Kippbeschläge der großformatigen und schweren Fenster sind verschlissen. Die meisten Fenster schließen nicht vollständig. In der kalten Jahreszeit ist Zugluft spürbar.

Die Vielzahl an jährlichen Reparaturen im Bauunterhalt ist nicht mehr wirtschaftlich.

Die Wirkung der bestehenden, nur manuell bedienbaren Raffstoreanlagen ist ungenügend. In den Büros wird es im Sommer sehr heiß, da die Sonnenschutzanlagen nicht automatisch entsprechend der Sonneneinstrahlung nach unten fahren.

Die Fenster werden in allen Geschossen erneuert.

Die neuen 2-teiligen Fenster sind aus Metallprofilen gefertigt und erhalten 3-fach Wärmeschutz-Isoliergläser. Die neue Sonnenschutzanlage kann künftig raumweise und zentral gesteuert werden.

DACH:

Im Rahmen der Sanierungsmaßnahme ist es sinnvoll und wirtschaftlich auch den Dachaufbau zu erneuern, zumal die Abdichtung dringend sanierungsbedürftig ist. Diese weist immer wieder Schäden auf, die durch Wassereintritt in den darunter liegenden Räumen sichtbar werden. Teils ist die Dämmschicht durchnässt und erfüllt nicht mehr ihre Isolierfunktion.

Das neue Flachdach besteht aus einer bituminösen Dampfsperre, Mineralwoll-Wärmedämmung, Kunststoffdichtungsbahn mit Kiesdeckung.

Bauwerk - Technische Anlagen

Im Rahmen der Sanierung der Fassaden und des Daches muss die Blitzschutzanlage erneuert werden.

Für die Sonnenschutzanlagen werden zentrale Steuerungen sowie Sonnen-, Wind- und Regenwächter erforderlich.

Weiterhin wird im Zuge der Sanierungsmaßnahmen die veraltete Heizungsregelung erneuert.