Staatsstraße 2273, Mainbrücke Segnitz mit Ortsumgehung

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Notwendigkeit der Maßnahme

Die Staatsstraße 2273 (St 2273) verläuft im südlichen Landkreis Kitzingen.
Sie verbindet über die Mainbrücke Segnitz die linksmainische Staatsstraße 2271 mit der rechtsmainischen Staatsstraße 2270.

Die frühere Straßenverbindung war maßgeblich durch die alte, Tonnage beschränkte Mainbrücke sowie die enge und verwinkelte Ortsdurchfahrt von Segnitz geprägt.

Durch immer größer werdende Schiffseinheiten auf der Bundeswasserstraße Main wurde die Brücke mit ihrem Strompfeiler in der Fahrrinne im Laufe der Jahre immer mehr zu einem erheblichen Hindernis für die Schifffahrt. Am 24.04.2000 wurde der Strompfeiler durch einen Schubverband an der unterstromigen Seite gerammt. Die letzte schwere Kollision ereignete sich im Mai 2008, bei der der aus Stahl konstruierte Anprallschutz weitreichende Beschädigungen an der Brücke verhindert hat.

Infolge des Mainausbaus und den damit verbundenen größeren Schiffseinheiten ist künftig noch mit einem erhöhten Schiffsanprallrisiko zu rechnen. Die Standsicherheit der Mainbrücke Segnitz war im Falle eines weiteren Anprallschadens gefährdet.

Durch die Planung „St 2273, Mainbrücke Segnitz mit Ortsumgehung“ wurden die unzureichenden verkehrlichen Verhältnisse in der Ortsdurchfahrt von Segnitz beseitigt und gleichzeitig für die Bundeswasserstraße Main eine leistungsfähige Fahrrinne geschaffen.



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Beschreibung der Maßnahme

Der Main wird auf einem 160 m langen 4-Feld-Bauwerk überbrückt. Auf Segnitzer Seite mündet die Straße zunächst in den Kreisverkehrsplatz am Anschluss Süd. Von hier aus führt die Ortsumgehung nordöstlich am Ortsrand von Segnitz entlang. Die Straße fällt dabei rasch vom Niveau der Mainbrücke auf eine nahezu geländegleiche Höhenlage ab. Die Ortsumgehung wird etwa ab einem 10-jährigen Hochwasser überflutet. Nordöstlich von Segnitz bindet sie mit einem weiteren Kreisverkehrsplatz an die bestehende St 2270 in Richtung Kitzingen an.

Die Verlegungsstrecke der St 2273 hat eine Baulänge von 1.095 m.

Die alte St 2273, einschließlich der vorhandenen Mainbrücke, wurde nach Fertigstellung der Neubaumaßnahme zurückgebaut.


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PPP-Projekt

Wegen einer Vielzahl sehr kostenintensiver instandsetzungs- und erneuerungsbedürftiger Mainbrücken in Unterfranken sind vorläufig vier dieser Brücken zur Ausführung im Rahmen einer Pilotstudie der bayerischen Straßenbauverwaltung für PPP-Projekte vorgesehen. Dazu gehörte neben den Mainbrücken Bergrheinfeld, Volkach und Klingenberg auch die Mainbrücke in Segnitz.

Die PPP- (Public-Private-Partnership) oder auch ÖPP-Umsetzung (Öffentlich-Private-Partnerschaft) besteht aus einer Zusammenarbeit zwischen einem öffentlichen Auftraggeber und einem privaten Partner aus der Bauwirtschaft.

Beim PPP-Projekt „St 2273 Erneuerung der Mainbrücke Segnitz“ wird die Arbeitsgemeinschaft
Adam Hörnig Baugesellschaft mbH & Co.KG, Aschaffenburg / Donges SteelTec GmbH Darmstadt nicht nur den Bau, sondern auch die bauliche Erhaltung über einen Zeitraum von 25 Jahren sowie die Finanzierung der Baukosten übernehmen. Die langfristige Partnerschaft soll gewährleisten, dass sowohl beim Bau als auch bei der 25-jährigen Unterhaltung der Brücke auf dauerhafte, robuste und wirtschaftliche Lösungen zurückgegriffen wird.

Kernstück der PPP-Ausschreibung ist der sogenannte Funktionsbauvertrag.
Dabei werden dem Auftragnehmer bestimmte Pflichten, wie die weitestgehend eigenverantwortliche Planung und Kalkulation der Maßnahme, auferlegt. Ihm entstehen dadurch weitreichende Möglichkeiten für einen optimierten Bauablauf und eine damit verbundene optimierte Projektfinanzierung.


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Bauablauf

Nach dem Einrichten der Baustelle stellten zunächst die Brückenbauarbeiten den Schwerpunkt dar. Ab Februar 2009 fanden die Gründungsarbeiten für die Pfeiler und Widerlager statt. Zeitgleich, jedoch nicht vor Ort in Segnitz, wurden auch die Stahlbauarbeiten zur Vorfertigung der neuen Stahlbrücke begonnen. In einer Werkshalle der Firma Donges aus Darmstadt wurden einzelne Abschnitte der Stahlbrücke in mit Schwertransporten noch transportierbaren Größen so weit vorbereitet, dass auf der Baustelle in Segnitz die Vormontage erfolgen konnte. Als die Stahlbrücke, die als sogenannte Stabbogenbrücke konzipiert war, aus den verschiedenen Bauteilen zu einem Ganzen zusammengeschweißt war, wurde sie auf Schwimmpontons geladen und in ihre endgültige Lage als Flussbrücke gebracht.

Parallel zur Vormontage wurden die Straßenbauarbeiten begonnen. Die Herstellung des neuen Kreisverkehrs am Anschluss Süd und des Ortsanschlusses nach Segnitz ermöglichten die Umlegung des Verkehrs von der alten auf die neue Mainbrücke. Nach dem Anbau eines Linksabbiegestreifens im Verlauf der St 2271 in Marktbreit und der Ausstattung der Kreuzung mit einer Lichtsignalanlage kann der Verkehr künftig auch ohne Tonnagebeschränkung über die neue Mainbrücke fahren.

Die neue Ortsumgehung von Segnitz wurde gegen Ende der Brückenbaumaßnahme in einem zweiten Baulos umgesetzt. Das Ziel, mit der Fertigstellung der Mainbrücke, auch die Ortsumgehung unter Verkehr zu nehmen gelang. Die Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung im Dezember beendete die Baumaßnahme nach etwa zweijähriger Bauzeit.

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Projektdaten

Baulänge: 1.095 m
Fahrbahnbreite: 6,50 m

MAINBRÜCKE SEGNITZ
Lichte Weite zwischen den Widerlagern: 159,0 m
Lichte Höhe Fahrrinne Main: 6,40 m
Breite zw. den Geländern: 11,0 m


Projektkosten Bauabschnitt I (Mainbrücke, ohne Ortsumgehung)

Gesamtkosten   12.171.000,- €
Kostenträger:    
Straßenbauverwaltung - Freistaat Bayern   7.673.000,- €
  Baukosten 5.232.000,- €
  Erhaltungskosten 677.000,- €
  Finanzierungskosten 1.764.000,- €
Bundeswasserstraßenverwaltung Baukosten 4.370.000,- €
Gemeinde Segnitz Baukosten 128.000,- €

Bauabschnitt II (Ortsumgehung)

Gesamtkosten 1,0 Mio. €

Sachbearbeiter Staatliches Bauamt Würzburg

Bauleitung und Bauaufsicht: Herr Stefan Weißkopf Abteilungsleiter Landkreis Kitzingen
  Herr Alexander Neuß Projektleiter (Mainbrücke)
  Herr Martin Staub Projektleiter (Ortsumgehung)
  Herr Armin Römer Bauaufsicht (Ortsumgehung)
Grunderwerb: Herr Karl-Heinz Matern Sachbearbeiter

Beteiligte Büros


Büro arc.grün, Kitzingen   Landschaftspflegerischer Begleitplan
Büro Wald+Corbe, Hügelsheim   Hydraulische Abflussberechnung
Geotechnisches Institut Prof. Dr. Magar + Partner, Würzburg   Baugrundgutachten
Dr. Rietzler & Heidrich GmbH, Nürnberg   Orientierende Altlastenuntersuchung
schömig-plan Ingenieurgesellschaft mbH, Kleinostheim   Erstellung des Bauwerks-Entwurfs (Objekt- und Tragwerksplanung)
Landesgewerbeanstatl Bayern, Niederlassung Würzburg   Prüfingenieur
Ingenieurgemeinschaft Setzpfand   Bauleitung und örtliche Bauaufsicht

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Bildliche Chronologie














Video zum Einschwimmen der Mainbrücke Segnitz am 29. Oktober 2012


Verkehrsfreigabe am 5. September 2010



Ansichten






Bauwerksdokumentation

Bauwerksdokumentation (pdf-Datei mit ca. 1,2 MB)


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